Ich hab da ein bisschen Wein im Sand

Freitag, 25. April 2008 19:53

So, ich bin wieder auf dem Festland angekommen nachdem ich jetzt 3 Tage lang in einem der tollsten Sandkästen rumgetobt habe. Am Mittwoch ging es morgens um kurz vor 8 Uhr los mit Einführung und anschliessendem Autopacken. Unser Freund für die nächsten Tage war ein Landrover in den besten Jahren, der schon einige Backpackerhintern durch die Gegend kutschiert hat.
Kleine Bekanntmachung unserer Reisegruppe: 9 Leute, 1 Kanadier, 3 Schwedinnen, 1 Engländer, 3 andere deutsche Mädels und ich.
Die nächsten Tage wird der Sand unser grösster Feind sein und unsere Guides haben nur gemeint, dass wir ihn an Stellen haben werden von denen wir nicht mal wussten, dass sie existieren …

Naja, auf jeden Fall ging es dann mit der Fähre in 10 Minuten rüber auf Fraser Island. An Land geht man direkt von der Fähre auf den Strand. Gelände-Untersetzung rein gemacht und immer schön Gas geben war die Devise. Leider durfte ich ja nicht fahren, weil nix 21, aber im Kofferraum mit 6 anderen wars auch ganz nett :)

Unser ersts Ziel war Lake McKenzie, einer der coolsten Seen überhaupt und der größte Süsswassersee der Insel. Ganz praktisch, denn der Ozean sieht zwar schön aus, aber man stirbt mit grosser Wahrscheinlichkeit, wenn man rein geht, weil Quallen, Haie, krasse Strömung … nicht gut!
Nach ca. ner Stunde 4×4 Action durch den Dschungel sind wir dort angekommen und der Anblick war einfach nur gigantisch. Mitten im Wald und zwischen Sanddünen liegt da so ein krasser See. Das Wasser war unglaublich klar und wir sind da bestimmt 2 oder 3 Stunden lang geblieben weil das so geil war!
Nachmittags gings dann weiter auf der Autobahn (=Strand) bis zu einem Schiffswrack das dort direkt am Strand liegt. Sah sehr cool aus und dort in der Nähe haben wir dann auch unser Camp aufgeschlagen.
Alle paar km kommt auf Fraser ein Art Strasse hinter die Dünen wo man dann sicher sein Camp aufbauen kann, denn wenn die Flut kommt gibts keinen Strand mehr, weil das Wasser bis direkt an die Dünen kommt.

Fahrtechnisch wars eigentlich ganz witzig, bis auf ein paar krasse Bodenwellen die wir ein bisschen zu schnell genommen haben. Immer wieder gibt es am Strand solche Washouts wo Wasser von der Insel ins Meer läuft und die Teile können teilweise relativ tief sein und uns hat es 1-2 mal gut durchgeschüttelt aber passiert ist nichts. Am See hab ich übrigens noch ein Mädel getroffen mit dem ich in Cairns im Hostel war und die sind zu schnell durch so einen Washout und haben 3 Reifen inkl. Felgen geschrottet.

Wir haben mit 3 anderen Jeeps von unserem Veranstalter gecampt und konnten so ein nettes Lager aufbauen mit Windschutz und Dach, denn wir hatten am ersten Abend ein bisschen Regen. Gepennt wurde im Zelt, direkt auf dem Sand.

Am zweiten Tag gings weiter zum nördlichsten Punkt der Insel der von Allrad-Laien befahren werden kann. Dort gibts ein kleines natürliches Becken hinter ein paar Klippen, wo man sicher ins Wasser kann, weil die ganzen Viecher in den Klippen hängen bleiben. Weil das Wasser dadurch aber eigtl. nur noch Gischt ist und so weiss ist, heisst das ganze Champagne Poo. Ausserdem gibts noch einen kleinen Berg / Hügel auf dem man klettern kann und von dort oben aus, kann man dann im Wasser immer mal wieder ein paar Schatten und Formen sehen, die von Haien, Delphinen, Rochen und Schildkröten stammen. Ich für meinen Teil hab nur einen Rochen gesehen, aber war trotzdem cool, denn man hatte einen super Blick auf die Insel. Danach gings zum Eli Creek, das ist ein Bach aus dem Inselinnern der relativ tief ist und man kann ca. 100m ins Inselinnere gehen und sich da dann in den Bach legen und wird bis vor an den Strand getrieben.

Diese Nacht haben wir zusammen mit 5 anderen Jeeps gecampt und ein riesiges Lager aufgebaut und die halbe Nacht lang Party gemacht. In der anderen Hälfte haben wir dann Dingos ge-/verjagt, denn die hats sehr zahlreich auf der Insel und die schleichen nachts an den Camps rum und wollen sich da Fressbares holen.

Heute haben wir dann relativ ausgeschlafen und sind vom Camp zum Lake Wabby gelaufen, weil wir heute, wegen der Flut, den Strand erst ab 1.30 Uhr befahren konnten. Lake Wobbly liegt knappe 2km im Insel-Innern hinter riesigen Sanddünen mittem im Nirgendwo. War ziemlich entspannt da und man konnte mal den fehlenden Schlaf nachholen oder sich vom Kopf der Düne bis runter in den See runterrollen lassen.
Danach gings dann straight zur Fähre und wieder zurück aufs Festland. Die Karre musste dann in die Werkstatt wo kurz gecheckt wurde ob wir irgendwas kaputt gemacht haben. Mit dem Auto war soweit alles cool und wir haben es dann wieder beim Hostel abgegeben.

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